Euro-Ride auf den Spuren der TdF

3 Wo, 20 Etappen, 40 große und kleine Pässe, 2 Pausentage, parallel zur TdF 2026

Immer auf der Suche nach besonderen Rennradreisen, bin ich diesmal in der Schweiz fündig geworden. Bin schon früher mit diesem Veranstalter unterwegs gewesen.

Diese Tour macht man nur einmal in seinem Radfahrerleben, denn man kommt in diesen 3 Wochen an seine physischen aber auch psychischen Grenzen - eine Art TdF für ambitionierte Hobbyfahrer.

Treffpunkt und Start der Reise war Bilbao, an der spanischen Atlantikküste. Zeitgleich mit dem Start der diesjährigen TdF 2026 an der spanischen Mittelmeerküste in Barcelona. Wir hatten insgesamt 20 Etappen, fuhren 40 große und kleine Pässe, Cols in Frankreich und Ports in Spanien. Wir durchquerten und fuhren durch Spanien, Andorra, Frankreich, und der Schweiz.

Insgesamt standen dann 2.441 km und 45.770 Hm auf dem Garmin. Wettertechnisch konnten wir uns nicht beschweren - 3 Wochen keinerlei Regen, bis auf die letzte Etappe von Interlaken nach Zug in der Schweiz. Dafür aber jeden Tag eine brutale Hitze von immer weit über 35°C, teilweise über 40 Grad im Schatten, den wir ja leider wenig/nie hatten. Sogar die diesjährige TdF hatte zeigleich manche Etappen wegen der großen Hitze verkürzt.

- In Woche1 ging es in 8 Etappen von Bilbao bis nach Cap d'Agde ans Mittelmeer.

- Pausentag1 in Cap d'Agde

- In Woche2 ging es in 4 Etappen durch die Haute-Provence nach Nizza

- Pausentag2 in Nizza

- In Woche3 ging es in 8 (schweren) Etappen durch die Westalpen Süd-Nord bis Zug

Bei der Fülle der Pässe gab es auf dieser Reise ein geflügeltes Wort: ein Pass unter 1.000 Hm ist ein "Hügelpass", erst ein Pass mit mehr als 1.000 Hm zählt als "Bergpass" :-)  Und wir fuhren alle Klassiker, aber auch zahllose unbekanntere, aber oft sehr steile Pässe wie z.B. den Col de Marie-Blanque.

Aubisque, d'Aspin, Tourmalet, Peyresourde, Mt Ventoux, Verdon-Schlucht, Restefond, Vars, d'Izoard, Galibier, Iseran, Gr und Kl St.Bernhard, Grimsel, Große Scheidegg, ...... - die zahllosen kleinen Pässe und Hügel dazwischen kommen noch dazu. Für mich persönlich stand auch ein kleines "Jubiläum" an - seit ich ich RR fahre, bin ich nun heuer zum 20.Mal auf den Mt Ventoux gefahren !

Auch hatten wir extreme Temperaturen, z.B. bei einer flachen Überführungsetappe von 180 km von Cap d'Agde nach Orange das Rhonetal hinauf, hatten wir stundenlang über 40 Grad im Schatten. Der heftige Mistralwind kühlte nicht ab, im Gegenteil, machte das ganze noch heißer. Da kam die Überquerung der Rhone kurz vor Orange gerade recht. Wir suchten uns eine Einstiegsstelle und gingen im kühlen Flußwasser baden.

Darum war eigentlich täglicher Etappenstart bereits um 8 Uhr. Hieß aber auch, jeden Tag spätestens um 6 Uhr aufstehen. Wir hatten auch immer 2 Begleitfahrzeuge dabei, Mittagessen wurde immer als Picknick draußen vorbereitet. Frühstück und Abendessen in den jeweiligen Hotels. Auch mehrere Ersatzräder in allen Größen waren auf einem Anhänger immer in der Nähe. Bei Problemen konnte schnell gewechselt werden.

Auf dem Tourmalet waren wir 1 Tag bevor die TdF vorbeikam, ebenso später auf dem Galibier. Dementsprechend campierten bereits 100-e, um nicht zu sagen 1.000-e Wohnmobile kilometerlang links und rechts der Passstrassen und feuerten auch uns Hobbyfahrer bereits zum "Aufwärmen" an. 

Auf der letzten und 20.Etappe von Interlaken nach Zug hatten wir morgens Nieselregen, nach einem heftigen Gewitter an der Eigernordwand während der Nacht. Doch nach 1-2 Stunden war das vorbei und über den letzten Pass (Brünigpass) drüber, erreichten wir unseren Zielort in Zug bei Zürich bei trockenem Wetter und Sonnenschein - und empfangen von einer örtlichen Blaskapelle.

Alles in allem eine tolle unvergessliche Radreise, die Strapazen wird man eher vergessen, die tollen Eindrücke der Landschaften und Pässe bleiben.