Colnago Cycling Festival vom 06.-08.04.2018

Rennradfahren am Gardasee

Nachdem Christian F. (im Weiteren "ich") im Internet über diese Veranstaltung am Gardesee gestolpert ist, wurde im Vorstand beschlossen, diesen Event in das Jahresprogramm 2018 aufzunehmen. 

Leider gab es nur sehr wenige Anmeldungen, was ggf. auch am früher Termin im Jahr lag. Dementsprechend gab es für die beiden Veranstaltungen am 06.04.2018 (Randonnee um den See) und am 08.04.2018 (Gran Fondo in der Region westlich von Desenzano) nur meine Anmeldung. Christian K. hat sich als zweiter Starter des Quet Radveren e.V. "nur" für den Gran Fondo angemeldet. 

 

 

 

 

Randonnee am Freitag, den 06.04.2018

Da ich mein Lager in Torbole in der "casa Westermeier" aufgeschlagen hatte (vielen herzlichen Dank an Geli und Karl), ging es am Freitag um 7:00 Uhr bei noch bewölktem Himmel mit dem Auto erst mal nach Desenzano. Nachdem das Auto geparkt und das Rennbüro gefunden war, ging es mit den anderen Startern zum Startunterlagen abholen. Als braver Deutscher habe ich mich bei den Buchstaben "A-G" angestellt. Als ich dran war, hat man mich nicht in der Startliste gefunden. Na Bravo! Es stellte sich dann aber schnell heraus, dass ich mein Gesundheitszeugnis im Original bei einem Herrn des Organisationsteams abgeben musste, der wirklich alles darauf geprüft hat (Datum, Stempel, Unterschrift etc.). Wie übrigens bei allen anderen Ausländern (Franzosen, Engländer, Österreicher ...). Da es beim Randonnee keine Zeitnahme gibt, war die dadurch entstandene Verzögerung aber zu verschmerzen. Allerdings waren von den insgesamt 300 Startern gefühlt 290 Fahrer schon vor mir auf die Strecke gegangen. Also hieß es: Tempo machen. So gelang es mir, in eine ca. 30 Mann große Gruppe zu gelangen, die bis zur ersten Verpflegungsstation kurz vor Riva auch geschlossen zusammen blieb. Das war auch gut so, denn wir hatten auf der gesamten Fahrt Richtung Norden starken Gegenwind. Die Tunnels auf der Westseite waren überhaupt kein Problem. Es gab zwar keine Sperrung und kein Begleitfahrzeug, aber die Autofahrer waren ob der Größe unserer Gruppe sehr rücksichtsvoll (bis auf ein paar Ausnahmen, aber die gibt es überall). Was mich besonders beeindruckend hat, war die Montage des neuen Radwegs direkt am Steilufer zwischen Straße und See, bei der das Material mittels Hubschrauber angeflogen wird. Fotografieren war leider nicht möglich, da das Tempo hierzu zu hoch war und ivh nicht uas der Gruppe fallen wollte. In Riva ging es erst Richtung Arco, bevor der nördliche Wendepunkt erreicht war und man sich für die lange oder die kurze Strecke entscheiden musste. Da das Wetter immer besser wurde, legte ich einen kurzen Zwischenstop in Torbole ein und entledigte mich in der Wohnung der Ärmlinge, Beinlinge und Windweste. Da war die Gruppe weg, wobei sich  der Großteil eh für die lange Runde entschieden hatte. Mir reichte die kurze Runde, die direkt am Seeufer weiterführte. Da es mittlerwele 12:00 Uhr war und der Wind nun von Süden kam, schloss ich mich mit 2 Italienern zusammen, mit denen ich den Rest der Runde absolvierte. So ging es im flotten Tempo im 3er-Team über Garda und Limone zurück nach Desenzano.  

Im Ziel standen dann 145 km bei knapp 800 Hm und einem 31er-Schnitt auf dem Tacho. Gefallen hat es mir super gut, da so eine Strecke genau mein Wetter ist. Die Verpflegung an den beiden Stationen war voll in Ordnung, sodass es insgesamt eine super Veranstaltung war, bei der ich gerne wieder starten werde. Vielleicht sogar mit einem größeren Starterfeld des Quest Radvereins e.V. 

Die Zeit bis zur Abholung der Startunterlagen für Sonntag überbrückte ich dann bei Sonnenschein pur mit einem "Siegerbier" am Hafen von Desenzano, wo ich dann auch noch Chris K. traf, der am Sonntag beim Gran Fondo teilnimmt. Christian hat mich dann dankenswerterweise darauf hingewiesen, dass man zusätzlich zu den Startunterlagen noch in einem anderen Büro den Transponder abholen muss. Sonst wäre ich blöd dagestanden (wobei ich gar nicht weiß, ob ich meine Zeit und damit Platzierung unbedingt wissen will).

Aufgrund meiner Teilnahme an der Randonnee wurde ich für den Gran Fondo in die zweite Startgruppe eingeteilt (Startnummer 468). D.h., dass mich am Sonntag wahrscheinlich mehrere 1000 Radler überholen werden, da beim Gran Fondo Berge auf dem Programm stehen (ca. 1100 Hm auf der kurzen und ca. 2000 Hm auf der langen Strecke).

Das Rennen am Sonntag

Grandfondo am Sonntag, den 08.04.2018

Nachdem um 5:00 Uhr der Wecker geklingelt hat, war das Frühstück schnell verdrückt und auf ging es mit dem Auto von Torbole nach Desenzano. Auf halben Weg ist mir aufgefallen, dass ich meine Windweste mit der Startnummer auf dem Rücken in der Wohnung vergessen hatte. Aber am Lenker war eine Startnummer und den Chip hatte ich ja auch, sodass der kurze Adrenalinstoß schnell verging.

Adrenalin wurde dann auch kurz vor dem Start ausgeschüttet. Es ist schon immer sehr aufregend, wenn man mit 4000 Startern (davon 600 Ausländer aus 25 Nationen) in seine Startgruppe rollt, der Musik und den Moderatoren lauscht und pünktlich um 7:30 Uhr auf die Strecke geht. Wie in Italien üblich, gab es auf beiden Strecken (105 km und 160 km) von Anfang bis Ende gesperrte Straßen, an jedem Kreisverkehr standen z. T. mehrere Ordner und Polizisten, um den Rennfahrern perfekte Bedingungen für ein tolles Rennen zu bieten. Selbst Kilometer lange Staus mit am Straßenrand abgestellten Fahrzeugen führten zu keinem Autofahrerfrust.

Die Strecke (für die Karte und das Höhenprofil hier klicken) war richtig toll. Da ich "nur" die kleine Strecke fuhr, lagen vor mir 2 Anstiege mit dem Frühjahr entsprechenden Steigungen (ca. 6-8 %, selten zweistellig). Insgesamt summierten sich auf der gesamten Strecke knapp 1400 Hm, die ich mit einem 31er Schnitt im Mittelfeld meiner Altersklasse glücklich und doch etwas fertig beendete. 

Christian K., der sich aufgrund seiner hohen Startnummer 3054 durch das fast gesamte vor ihm liegende Feld kämpfen musste, legte aber ein ordentlicjes Tempo vor und absolvierte die lange Strecke mit 160 km und 2000 Hm. Bei unserer Begegnung bekam ich noch ein "Forza Christiano" von ihm zu hören, und - wusch - weg war er. Christian belegte in seiner Altersklasse mit einem 36er Schnitt einen hervorragenden 4. Platz - Gratulation.

Im Ziel wurden wir dann noch bestens verpflegt (das Siegerbier habe ich mir dann doch selbst bestellt). Toll anzusehen waren auch die Rennräder von Colnago, Pinarello und Co. Darüber hinaus habe ich festgestellt, dass der Italiener alle Sockenfarben der Welt trägt, nur nicht weiß. Pink, neon, gestreift, gepunktet etc., das trägt der moderne Fahrer (siehe auch Foto unten). 

Zusammenfassend hatte ich super schöne Radtage am Gardasee, die locker mit dem Ambiente des Nove Colli  mit halten können. Nächstes Jahr werde ich mich sicher wieder sowohl für den Randonnee als auch den Granfondo anmelden, denn Radsportveranstaltungen vom Feinsten können die Italiener halt ausrichten. Hoffentlich konnte ich Euch mit meinen Berichten die Zähne lang machen, sodass wir 2019 mit einem größeren Team dabei sein könnten.