Götterinsel KRETA

traumhaftes Rennradeln auf unbekannten Pässen im Oktober 2021

Äusserst kurzfristig plante ich noch eine Rennradreise Ende Oktober. Doch wer bietet noch was innerhalb Europas an ? Bei quäldich.de bin ich fündig geworden und auch noch einen letzten Teilnehmerplatz bekommen. Leihrad war auch dabei.

Kreta ist für Rennradfahrer noch ein ziemlich unbeschriebenes Blatt - zu unrecht !  Man kann es nicht mit dem überorganisierten Schweizer Mallorca Radurlaub vergleichen. Aber die Freundlichkeit der Einheimischen, der nicht-stattfindende Verkehr abseits der Küstenstrasse, Traumausblicke, Pass-Strassen in sehr gutem Zustand und Höhenmeter satt, machen Kreta zu einem Geheimtipp für Rennradler. Die Insel ist ca 250 km breit von West nach Ost und ca 60 km von Nord nach Süd.

Der Firmenname ist Programm - jeden Tag standen nebem dem anfänglichen Prolog mindestens 2.000 HM bei ca 100-120 km auf dem Programm - aber auch Etappen mit  >2.500 Hm. Flach gibt es auf Kreta nicht, von der Küste aus geht es immer bergauf

In den ersten 2-3 Tagen hatten wir mit Schauern in den Bergen zu rechnen, ansonsten super Wetter und angenehme Temperaturen um die 22°C Grad. In den Bergen, vor allem bei der Auffahrt zum höchsten fahrbaren Punkt von Kreta - auf das Sonnenobservatorium Skinakas  auf ca. 1.800m - war es kühl bis kalt und nebelig. Kreta besteht aus verschiedenen Gebirgszügen, der höchste Gipfel Psiloritis hat 2.454 m.

Sehr gut organisiert ging es in 3 Leistungsgruppen von 8-10 Fahrern auf die Etappen (Sportiv, Ausdauernd, Cappuccino). Die ersten 3 Tage hatten wir ein Hotel in der Bucht von Elounda, dann mit 2 Überführungsetappen über Heraklion auf die Westseite der Insel nach Rethymno. Auf Kreta könnte man locker noch eine zweite Woche bleiben und tolle weitere Etappen fahren.

Ich fuhr die Woche in der sehr harmonischen und erfahrenen Ausdauergruppe, auch sportlich wie die Gruppe1, aber immer Zeit auch für eine Kaffepause in den urgemütlichen und gastfreundlichen Tavernen in kleinen Dörfern in den Bergen. Mit Ierapetra hat Kreta auch die südlichste Stadt in Europa !

Spätnachmittags zurück am Hotel gab es immer ein oder zwei oder mehrere "Schmutzbiere". Im Meer konnte man auch noch baden und schwimmen - nach den schweren Bergetappen eine Wohltat.

EInige Pässe auf Kreta sind mit perfektem Teerbelag, flowigen Kurven - ein Abfahrtsrausch. Zum Beispiel der Imbros Pass, der über 15 km lang hinunter zur Küste nach Chora Sfakion führt. Auf der anderen Seite gehen die bekannten 27 Serpentinen des Kallikratis Passes wieder hinauf. Ist eine elendige Schinderei gewesen mit sehr sehr steilen Rampen ! Auf dieser Tagesetappe hatten wir fast 3.000 Hm in den Beinen. Da war der Sprung ins Mittelmeer nachher äusserst angenehm.

Alles in allem war es eine tolle Radreise. Auch schon andere Quest-Mitglieder waren auf Kreta rennradeln.

Kann man sehr empfehlen.

Grüße, Kurt