Oberpfalz an der bayerisch-böhmischen Grenze

eine Radrundfahrt mit Gepäck im Oberpfälzer und Böhmischen Wald

Schon die Anfahrt mit dem Auto in den Bayerischen Wald - antizyklisch nach Nordosten (nicht immer nach Italien in den Süden) und ohne viel Verkehr - war ein Fingerzeig für die nächsten Tage - wenig Menschen, viel Ruhe, schöne Radwege, tolle Natur.

In der Nähe von Waldmünchen ließen wir das Auto stehen und fuhren in der ersten Etappe auf dem "Grünen-Dach-Radweg" hinauf bis Tirschenreuth - dort hatten wir für die erste Nacht eine Unterkunft vorgebucht. Ich mit meinem Titancrosser, Ingrid mit Ihrem e-MTB und 2 Akkus. Normalerweise reichen die beiden Akkus (einer im Rahmen eingebaut, der 2. an der Halterung anstatt der Radlflasche) ca 180-190 km bei Eco-Mode. Im Oberpfälzer Wald geht es aber ständig auf und ab, und als wir abends nach ca 110 km und 1.700 Hm in Tirschenreuth ankamen, waren die Akkus fast leer und alle ziemlich geschafft. Unterwegs kamen wir am ehemaligen Konzentrationslager Flossenbürg vorbei. Am höchsten Punkt  der Etappe war das LL-Leistungszentrum Silberhütte. Hier ist auch unser 4-facher Olympiasieger in der Nordischen Kombination, Eric Frenzel, zuhause.

DIe Ortschaften der nä Tage, Tirschenreuth, Cheb (Eger, CZ), Marktredwitz, Waldsassen, Wunsiedel, Neustadt an der WN, haben alle einen schönen Stadtkern, die Unterkünfte und das Essen sind einfacher, die Menschen sind hier alle wahnsinning freundlich und hilfsbereit.

Es gibt sehr viele Radwege, mit hohem Wald- und Feldwege-Anteil, aber auch ehemalige Bahnstrecken, auf denen es sich schön dahinrollen läßt, zB der Bockl-Radweg von Neustadt an der WN bis Esslarn an der tschechischen Grenze. Aber auch viele Radwege mit andauerndem Auf-und Ab auch im 2-stelligen Prozentbereich, mit Gepäck ein wenig mühselig, aber wir hatten ja den ganzen Tag Zeit.

Einen Tag sind wir nach Tschechien rübergefahren, die Stadt Cheb (das ehemalige Eger) und die ganzen Kurbäder bieten sich dazu an. Dort gab es (fast) keine Corona-Beschränkungen mehr, sogar die Bedienungen im Biergarten mußten keine Masken mehr tragen.

Highlights waren die Wälder und 4.000 (!) Weiher und Seen rund um Tirschenreuth, der Radweg an der Waldnaab entlang und die Basilika in Waldsassen. Am schönsten war jedoch die grundsätzliche EInsamkeit auf den Tagestouren, richtig zum Entschleunigen. Ich hatte einen guten Vergleich, denn heute am Samstag bin ich mit dem Gravelbike von Griesstätt nach Prien und über Aschau nach Sachrang und Rettengeschöss - und da waren Radfahrermassen unterwegs !

Nach einer knappen Woche sind wir wieder in Waldmünchen zum Auto zurückgekommen. Apropos Waldmünchen: Zwischen Waldmünchen, Furth im Wald, und Cerchov (höchster Berg im Böhmerwald mit 1.042 m) gibt es 15 ausgeschilderte MTB-Touren. Die meisten sind leicht und mittel - bestes Gravelbikerevier. Wäre mal ein langes WE wert.

Grüße, Kurt