Samstag und Sonntag, 14./15. Juli 2018

6 Mann und ein perfekter Begleitservice durch Mary

„Ich habe einen Traum“.

Wenn es nach dem offiziellen Slogan des Ötztaler Radmarathons geht, dann hatten Christian F. und V., Max, Robert S., Sepp B. und Thomas gleich zwei Träume. Nämlich einen am Samstag und einen am Sonntag. Denn wir nahmen den Ötztaler auf zwei Tage in Angriff. Perfekt betreut wurden wir durch Mary, die uns über das Wochenende nicht nur den Gepäcktransport sichergestellt hat, sondern mit ihrer Frohnatur an den strategisch wichtigen Plätzen mit einem Lächeln, Aufmunterungen, Getränken, Kleidung etc. aufwartete.

Treffpunkt für unsere zweitägige Vereinsveranstaltung war das Tivoli-Stadion direkt an der Autobahn in Innsbruck. Nachdem alles am Rad, Mann bzw. im Begleitfahrzeug verstaut war, starteten wir gleich mit einer ordentlichen Steigung über die Igler Straße zur alten Römerstraße hinauf. Auf z. T. abgefrästen Fahrbahnoberflächen (die wir ja schon bei unserer Altötting-Tour hatten) ging es im welligen Gelände bis Matrei und dann zum Brenner (Anstieg 38 km und ca. 700 Hm). Nach der rasanten Abfahrt Richtung Südtirol gab es in Sterzing den ersten Cappuccino und die eine oder andere Specksemmel (diesmal aus einer ordentlichen Metzgerei). Derart gestärkt folgte der zweite Anstieg des Tages hinauf zum Jaufenpass (Anstieg 15 km und ca. 1200 Hm). Wieder folgte eine Abfahrt, die uns zum Tagesziel, dem Hotel Wildschütz in St. Leonhard führte. Da wir das Feierabend(nachmittag)bier nicht ohne feste Nahrung zu uns nehmen wollten, wurde uns von der Chefin eine große Südtiroler Speckplatte mit Käse und Schüttelbrot kredenzt. Nachdem sich jeder auf seine Weise ausgeruht hatte (Sauna, Sonnenliege etc.), trafen wir uns zu einem hervorragenden Abendessen. Die Halbpension bescherte uns ein Salatbuffet, eine Kürbiscremesuppe, warme Knödelscheiben mit Pfifferlingen, marinierte Hühnerbrüstchen mit Kartoffelgratin sowie eine Creme Brulet. Und zwar in dieser Reihenfolge. Und zwar alles. So verwunderte es nicht, dass wir relativ zeitig ins Bett kamen, zumal Robert und Max für den Sonntagmorgen einen frühen Start vorgaben.

So früh wurde es dann doch nicht. Bis alle gefrühstückt, gezähneputzt und sich fertiggemacht hatten, ging es auf 8:30 Uhr zu. Nach einer ganz kurzen Abfahrt vom Hotel ins Zentrum von St. Leonhard ging es sofort die knapp 29 km lange Anfahrt von 700 m auf das 2500 m gelegene Timmelsjoch hinauf. Auf der Strecke war Mary immer wieder im Begleitfahrzeug zur Stelle und versorgte uns mit Essen, Trinken und vor allem aufmunternden Worten. Oben angekommen, konnten wir uns am Auto trockene Sachen anziehen, da die Starttrikotagen durch die schweißtreibende Auffahrt total verschwitzt waren. Leider hatte der Wettergott am Pass oben nicht so viel Einsehen mit uns und bescherte uns auf der Abfahrt hinab nach Sölden 7 Grad und Regen. Dank Mary war das aber auch kein allzu großes Problem, da wir so die Möglichkeit hatten, Regenjacken, Überschuhe etc. anzuziehen. Nach dem fiesen, kleinen Gegenanstieg vor der Mautstation ging es so fast 50 km bergab. Nachdem die Straße wieder trocken wurde, wartete in Oetz der letzte Anstieg hinauf zum Kühtai. Mittlerweile brannte die Sonne mit über 30 Grad in die ersten Kehren hinein, sodass wir die überschüssige Kleidung wieder in das Begleitfahrzeug abgeben konnten. Die 18 km lange Auffahrt zum Pass wurde aufgrund der zum Teil bis zu 14 % steilen Rampen und vor allem den zuvor zurückgelegten Höhenmetern dann doch noch zu einer Herausforderung. Aber alle Mann kamen gut oben an und rollten dann auf der Straße wie im Sausewind hinab nach Kematen. Dort fanden wir noch ein tolles Backhaus, in dem wir uns mit Kaffee und Kuchen für die letzten 13 km zurück am Inn entlang nach Innsbruck stärkten.

Insgesamt kamen so in den beiden Tagen 130 km und 5.500 Hm zusammen. Es war ein tolles Erlebnis; vor allem auch, weil die Gruppe hervorragend harmonierte. Jeder konnte entsprechend seinem Fitnessstand fahren und doch waren wir immer ein Team. Die Eindrücke, die wir gewonnen haben; das Naturerlebnis, das wir hatten; die sportliche Herausforderung, die wir gemeistert haben. Einfach super.

Vielen Dank an alle Mitfahrer sowie „unsere“ Mary, die uns zwei Tage lang einen perfekten Begleitservice geboten hat.

PS: Ötztaler Radmarathon an einem Tag. Kann man machen – muss man nicht. Wir haben es bewiesen.